Nachdem du im letzten Kapitel die Inhalte der TMSnat-Untertests und Beispielaufgaben kennengelernt hast, möchten wir dir noch einen Überblick dazu geben, wie schwer die Untertests sind, wie gut sie sich trainieren lassen und wie viel Vorbereitungszeit sie benötigen.
So wirst du zum absoluten Experten für den TMSnat! 💪
Aus diesen Aspekten ergeben sich zudem logische Konsequenzen für den konkreten Lernplan, den wir dir im nächsten Kapitel vorstellen.
Hier eine wichtige Information zur Schwierigkeit, die viele Bewerber:innen nicht kennen:
Die Aufgaben im TMSnat sind absichtlich so schwer, dass im Durchschnitt nur etwa die Hälfte der Aufgaben richtig beantwortet werden.
In dieser Tabelle siehst du die durchschnittliche Anzahl richtig gelöster Aufgaben pro Untertest:

Der „Durchschnitt“ ist dabei ein Ergebnis, bei dem man eine genau mittlere Leistung erreicht, also etwa 50 % der anderen Teilnehmer:innen besser abgeschnitten haben und 50 % schwächer abgeschnitten haben. Genau genommen bezeichnet man dies als „Median“.
Zwischen den Untertests gibt es zwar kleine Unterschiede und die genauen Zahlen können von Testdurchgang zu Testdurchgang leicht abweichen, z.B. um 1 nach oben oder unten, insgesamt sind die Werte über die letzten Jahre jedoch relativ konstant.
Die Daten sind die echten Werte der letzten Jahre aus dem TMS und HAM-Nat.
Und genau diese Schwierigkeit ist von den Testerstellern gewollt. Wenn im Durchschnitt nur 1 von 4 Teilnehmer:innen einen Studienplatz erhalten kann, muss der Test so „schwer“ sein, dass man noch einen Unterschied zwischen guten und sehr guten Teilnehmer:innen erkennen kann. Dies wäre nicht möglich, wenn es gut machbar wäre, alle Aufgaben richtig zu beantworten.
Außerdem soll es noch für sehr sehr sehr gute Teilnehmer:innen die Möglichkeit geben, sich noch einmal von sonstigen sehr guten Teilnehmer:innen abzusetzen, was im TMSnat-Punktesystem mit dem Standardwert überdurchschnittlich belohnt wird. Das haben wir im zugehörigen TMSnat-Guide-Kapitel genauer beschrieben haben.
Dadurch, dass im Durchschnitt die Hälfte der Aufgaben richtig gelöst wird, ergibt sich eine schöne symmetrische Verteilungskurve, wenn man sich die Gesamtzahl an richtigen Aufgaben unter den Teilnehmer:innen anschaut:

Viele Bewerber:innen erreichen eine mittlere Anzahl an richtig gelösten Aufgaben und Werte darüber und darunter werden zunehmend seltener.
Genau diese Kurve ist gewollt und man bezeichnet sie als „Normalverteilung“. Wir werden sie dir sogar noch im Mathe-Kapitel „Statistik“ ausführlich erklären, da dieses Thema im Naturwissenschaftsteil relevant ist.
Übrigens: Die früheren Untertests aus dem TMS, die nicht in den TMSnat übernommen wurden, waren alle etwas einfacher. Der Durchschnitt der Teilnehmer:innen hat in „Muster zuordnen“ 12-13 von 20 Aufgaben richtig gelöst, in „Schlauchfiguren“ 14-15 von 20 und in „Figuren lernen“ 15-16 von 20.
Die Schwierigkeit bedeutet für dich, dass du weder in der Übungsphase noch am Testtag verzweifeln solltest, wenn du bei einigen Aufgaben gar keine Ahnung hast, wie du sie beantworten sollst oder nicht alle Aufgaben in der verfügbaren Zeit schaffst. Das ist nicht nur total normal, sondern soll so sein!
Auch ich habe bei meinen TMS-Ergebnissen mit Prozenträngen von 99 und 100 (also besser als 99 % bzw. 100 % der anderen Teilnehmer:innen) einige Aufgaben nicht richtig beantwortet.
Es ist egal, wie schwer oder leicht der Test ist. Es geht allein darum, dass du im Vergleich zum Durchschnitt der Bewerber:innen gut abschneidest.
Für ein gutes TMSnat-Ergebnis reicht es daher aus, in den meisten Untertests etwas überdurchschnittlich zu sein, wofür man nur etwas mehr als die Hälfte der Aufgaben richtig beantworten muss.
Schau dir gerne in unserem TMSnat-Punkterechner an, was du für Gesamtergebnisse erhältst, wenn du überall 2/3 oder 3/4 der Aufgaben richtig beantworten würdest.
Der Punkterechner basiert auf realen Daten der Vorjahre.
Also: Der TMSnat ist ein Vergleichstest und kein Test zum „Bestehen“. Die Schwierigkeit der Untertests führt also nicht dazu, dass du schlechtere Chancen auf einen Studienplatz hast, sondern dazu, dass man die Bewerber:innen untereinander gut vergleichen und noch unterscheiden kann.
Verzweifle daher nicht an schwierigen Aufgaben! Auch mit ein einigenFehlern sind absolute Top-Ergebnisse möglich.
Die eben beschriebene Schwierigkeit der Untertests sagt jedoch nicht automatisch etwas darüber aus, wie viele Punkte man realistisch erreichen kann. Denn hierfür kommt es auf einen weiteren Aspekt an: die Trainierbarkeit.
Die Trainierbarkeit sagt aus, wie gut man sich durch Lernen und Übung überhaupt verbessern kann.
Einige Untertests des TMSnat sind absichtlich darauf ausgelegt, dass diese nicht oder kaum trainiert werden können. Diese Untertests sollen eher allgemeine Fähigkeiten abprüfen, die man nicht beeinflussen kann, ähnlich wie „Intelligenztests“, für die man auch nicht „lernen“ kann.
In anderen Untertests dagegen kann man sich mit Fleiß und der richtigen Übung erheblich verbessern. Diese Untertests prüfen dann die Lernfähigkeit und auch Lernmotivation von Teilnehmer:innen.

Die Trainierbarkeit der Untertests ist sehr wichtig für die Planung der eigenen Vorbereitung. Denn es ergibt keinen Sinn, viel Zeit mit einem Untertest zu verbringen, in dem man sich kaum verbessern kann.
In den Untertests Medizinisches-naturwissenschaftliches Grundverständnis (Mednat) und Textverständnis zum Beispiel ist es zwar wichtig, die Art der Aufgaben und mögliche Fallstricke einmal kennenzulernen, jedoch lohnt es sich nach diesem Kennenlernen kaum bis gar nicht mehr, weitere Übungsaufgaben zu bearbeiten. Es wäre verschwendete Zeit, die deutlich besser in die Übung anderer Untertests investiert wäre.
Als Wissenstest hat Naturwissenschaftliche Kenntnisse natürlich die höchste Trainierbarkeit. Mit sehr guter Vorbereitung kann hier jede und jeder absolute Top-Ergebnisse erreichen.
Bei den Untertests mit „hoher“ Trainierbarkeit ist einer besonders erwähnenswert: Quantitative und formale Probleme.
Denn in der Tabelle der Schwierigkeit haben wir gesehen, dass in diesem Untertest durchschnittlich sogar weniger als die Hälfte der Aufgaben richtig beantwortet wird (8-9 von 20). Gleichzeitig ist die Trainierbarkeit des Untertests aber hoch, was auf den ersten Blick nicht zusammenpasst.
Es lässt sich so erklären: Die Vorbereitung auf diesen Untertest ist sehr anstrengend und frustrierend, da man auch häufig Fehler machen wird, wenn man Übungsaufgaben bearbeitet. Viele Bewerber:innen beschäftigen sich deswegen nur wenig mit diesem Untertest, weil sie der Anstrengung und Frustration aus dem Weg gehen möchten.
Das bedeutet im Umkehrschluss, dass man hier eine besonders gute Möglichkeit hat, sich im Vergleich zum Durchschnitt einen Vorsprung herauszuarbeiten. Und da der TMSnat ein Vergleichstest ist, bei dem man daran bewertet wird, welchen Anteil aller anderen Bewerber:innen man mit der eigenen Gesamtpunktzahl übertreffen konnte, kann man dadurch sehr weit nach oben rutschen. Eine fleißige Vorbereitung lohnt sich also sehr!
Und nun kommen wir noch zum letzten Aspekt. Denn nur, weil ein Untertest gut trainierbar ist, heißt das nicht, dass man sehr viel Zeit damit verbringen muss. Einige Untertests sind auch in kurzer Zeit sehr gut trainierbar.
Die Vorbereitung auf jeden Untertest ist nicht gleich aufwendig. Auf Naturwissenschaftliche Kenntnisse sollten sich die meisten Bewerber:innen sogar mehrere Monate vorbereiten, wenn sie hier ein sehr gutes Ergebnis erzielen möchten.
Bei anderen Untertests dagegen reicht es aus, sich nur einige Stunden mit den theoretischen Inhalten zu beschäftigen und danach regelmäßig über einige Wochen Übungsaufgaben zu bearbeiten, um sich an die Art der Aufgaben zu gewöhnen.
Hier eine Einteilung nach unserem empfohlenen zeitlichen Gesamtaufwand:

Du kannst nun also abschätzen, wie die zeitliche Verteilung der Untertests in der Vorbereitung sein sollte.
Nach Naturwissenschaftliche Kenntnisse lohnt es sich besonders im Untertest Quantitative und formale Probleme, viel Zeit in die Vorbereitung zu stecken. Diese Mathe-Fähigkeiten helfen zusätzlich in den Untertests Diagramme und Tabellen sowie Arithmetisches Problemlösen, da auch hier ähnliche oder gleiche Mathe-Kenntnisse und Mathe-Fähigkeiten abgeprüft werden können.
Den gezeigten erforderlichen Zeitaufwand bringen wir in unsere TMSnat-Lernpläne ein. Jeder Lernplan startet mit Naturwissenschaftliche Kenntnisse und bringt nach und nach die anderen Untertests ein. Die Untertests mit hoher und mittlerer Vorbereitungszeit werden dabei früher in den Lernplan eingebracht als Untertests mit geringer notwendiger Vorbereitungszeit.
Bei der Erstellung von neuen Aufgaben für diese Lernplattform bevorzugen wir Untertests, in denen diese Übungsaufgaben wirklich nützlich sind. Wir werden dafür sorgen, dass du ausreichend Zeit mit ausreichend Übungsaufgaben verbringen kannst. 😊
Im nächsten Kapitel bringen wir nun alles zusammen und zeigen dir unser Lernplankonzept für den TMSnat.