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Wenn ihr den TMSnat hinter euch habt, ist der größte Schritt auf eurem Weg ins Medizinstudium getan. Trotzdem haben viele Bewerber in dieser Phase noch zahlreiche Fragen: Sollte ich schon vor dem Studium anfangen zu lernen? Was sollte ich in der Zeit bis zum Studienbeginn sinnvollerweise machen? Und werde ich das Medizinstudium überhaupt schaffen?
In diesem letzten Kapitel unseres TMSnat-Guides möchten wir genau auf diese Fragen eingehen und euch mit ein paar persönlichen Gedanken auf das Medizinstudium vorbereiten.
Nein. Es reicht völlig, im Medizinstudium mit dem Lernen der entsprechenden Fächer und Inhalte zu beginnen. Erst durch die Vorlesungen und Seminare wisst ihr genau, welche Themen auf welchem Niveau gerade relevant sind. Ein „Vorlernen“ ist nicht zielführend und bereitet euch nur unnötig Stress.
Wenn ihr in der Zeit zwischen TMSnat und Studienbeginn die Möglichkeit habt, lohnt es sich, einen Teil des Krankenpflegepraktikums für das Medizinstudium schon vorab zu absolvieren.
Für das Humanmedizinstudium müssen insgesamt 3 Monate Krankenpflegepraktikum absolviert werden. Es ist nicht verpflichtend, das Pflegepraktikum vor dem Medizinstudium zu absolvieren, da dieses normalerweise erst bis zum Ende des ersten oder zweiten Studienjahres absolviert werden muss. Es spart euch in den Semesterferien jedoch viel Zeit und Stress, wenn ihr einen Teil davon oder sogar schon die vollen 3 Monate vor dem Studium absolviert habt. Das Krankenpflegepraktikum kann in bis zu drei Abschnitte von jeweils einem Monat unterteilt werden.
Beachtet aber, dass jedes Bundesland eigene Regeln für die konkrete Durchführung des Krankenpflegepraktikums hat. Für euch sind die Regeln des Bundeslandes entscheidend, in dem eure Universität sitzt. Ihr findet die Regelungen über die Seiten des sogenannten „Landesprüfungsamtes“ in eurem Bundesland.
Besonders deutlich werden diese Abweichungen bei der Berechnung der Zeiträume:
In einigen Bundesländern zählt immer ein voller Monat als anrechnungsfähiger Abschnitt (also z.B. vom 10. Tag eines Monats bis zum 9. Tag des Folgemonats), während in anderen Bundesländern 30 Tage als anrechnungsfähiger Abschnitt zählen. Dies kann einen relevanten Unterschied machen, wie hier einmal im Beispiel skizziert:
Beispiel 1: Krankenpflegepraktikum vom 5.2. bis zum 4.3.
Beispiel 2: Krankenpflegepraktikum vom 1.3. bis zum 30.3.
Beachtet außerdem, dass Krankheitstage nicht in die Pflichtzeit eingerechnet werden und nachgearbeitet werden müssen. Es ist daher ratsam, einen kleinen Puffer einzuplanen, um das Pflegepraktikum im Fall der Fälle um wenige Tage verlängern zu können und nicht unmittelbar nach dem letzten Tag des Pflegepraktikums das Studium zu beginnen.
Wichtig ist weiterhin, dass das Pflegepraktikum oft vollständig außerhalb der offiziellen Vorlesungszeit eurer Universität absolviert werden muss. Diese Zeit ist von der Universität festgelegt und entspricht nicht automatisch dem Zeitraum bis zu eurer ersten Vorlesung. An manchen Universitäten beginnt die Vorlesungszeit nämlich z.B. offiziell schon am 01.10., während eure erste Vorlesung aber erst am 10.10. starten kann. Wenn euer Pflegepraktikum in diesen Zeitraum hineinreicht, können die Tage ungültig werden.
Eine ausführliche Übersicht zu den Pflegepraktikum-Regelungen in allen Bundesländern findet ihr in unserem Pflegepraktikum-Ratgeber auf medirechner.de.
Auch die konkreten Einrichtungen, in denen ein Krankenpflegepraktikum anerkannt wird, können in den Bundesländern unterschiedlich ausfallen.
Grundsätzlich sind in allen Bundesländern Tätigkeiten anerkannt, in denen grundpflegerische Tätigkeiten anfallen (unter anderem das Waschen von Patienten sowie tägliches Messen von Körperfunktionen wie Puls, Blutdruck, Körpertemperatur) und in denen die Patienten stationär behandelt werden, also mehrere Tage fest in Behandlung sind und nicht am gleichen Tag der Aufnahme wieder nach Hause entlassen werden.
Viele Bundesländer erkennen Einrichtungen, auf die dies nicht zutrifft, nicht für ein Pflegepraktikum an. Dies betrifft zum Beispiel psychiatrische Stationen, Notaufnahmen, Geburtsstationen und weitere Abteilungen, in denen Patienten entweder nicht grundpflegerisch betreut werden oder nicht stationär in Behandlung sind. Einige Bundesländer rechnen Krankenpflegepraktika in diesen Einrichtungen jedoch für einen Teil des Krankenpflegepraktikums (z.B. für einen 30-Tage-Zeitraum) an.
Informiert euch auch hier über die jeweiligen Seiten der Landesprüfungsämter.
Zuletzt möchten wir anmerken, dass es ein Pflegepraktikum ist, kein ärztliches Praktikum. Wenn es gut läuft, könnt ihr vielleicht an ruhigen Tagen mal bei der ärztlichen Visite oder sogar einmal in den OP mitgehen, aber erwartet nicht, dass das auf jeden Fall passieren wird.
Der oft frühe Arbeitsbeginn ist anstrengend, die Arbeitsbedingungen sind nicht immer leicht, manche Situationen können emotional aufwühlend sein und manchmal sind eure Aufgabenbereiche nicht immer klar definiert und umfassen häufig auch einfachste Hilfstätigkeiten, wie z.B. Botengänge. Das kann anstrengend und frustrierend sein. Trotzdem erhaltet ihr durch das Praktikum gute Einblicke in die Abläufe auf einer Station und im Endeffekt sind es insgesamt nur 3 Monate, die man gut überstehen kann und in denen es auch schöne Momente geben wird.
Versucht, euch in das Pflegeteam zu integrieren, die Abläufe zu beobachten und zu lernen, was zu lernen ist.
Aber macht euch bewusst, dass ihr die ärztlichen Aufgabenbereiche erst später im Studium kennenlernt.
Wenn du den Medizinstudienplatz bekommen hast, wirst du auch das Studium schaffen! Denn der schwierigste Teil des Medizinstudiums ist es, überhaupt reinzukommen.
Die Abbrecherquote im Medizinstudium liegt laut der letzten Studie des deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung bei etwa 6 % und ist damit deutlich niedriger als im Durchschnitt der Bachelor-Studiengänge mit 28 %.
Die Studierenden, die das Medizinstudium abbrechen, tun dies aus individuellen Gründen und nicht, weil sie nicht kompetent genug für das Studium wären.
Das Auswahlverfahren für die medizinischen Studienplätze funktioniert so gut, dass ihr mit einem Studienplatz auch das Studium meistern könnt.
Zudem haben die Universitäten und deren Lehrkräfte ein großes Interesse daran, alle Studierenden zu fertigen Ärzten auszubilden, sodass es Beratungs- und Hilfsangebote gibt, wenn Studierende doch einmal Schwierigkeiten mit dem Lernen oder Prüfungssituationen haben.
Ein „Rausprüfen“ (also absichtlich schwere Prüfungen, die Studierende aussortieren sollen) gibt es im Medizinstudium nicht.
Das Medizinstudium ist auf jeden Fall ein lernintensives Studium und vor allem in den ersten Semestern ist die Lernbelastung an den meisten Universitäten hoch, was für viele erst einmal ungewohnt ist.
Fast jeder Student und jede Studentin hat in den intensiven Lern- und Prüfungsphasen mehrmals das Gefühl von Überforderung, Überlastung und Angst, durch die Prüfung zu fallen. Das ist völlig normal und diese Zweifel kennt ihr auch aus der TMSnat-Vorbereitung, die ihr trotzdem gemeistert habt. Viele fallen früher oder später auch durch eine der Prüfungen durch und müssen sie wiederholen. Auch das ist kein Weltuntergang.
Die ersten drei bis vier Semester werden klassischerweise als die „Vorklinik“ des Medizinstudiums bezeichnet und decken vor allem die naturwissenschaftlichen Grundlagen ab. Diese Zeit ist durch einen hohen Lernumfang und häufige Prüfungen geprägt. Nach diesen vorklinischen Semestern nimmt dann die Lernbelastung an den meisten Universitäten etwas ab und man schafft es, für den Rest des Studiums eine gute Uni-Life-Balance aufzubauen.
Also: Wenn ihr es durch das Auswahlverfahren geschafft habt, könnt ihr euch sicher sein, auch das Studium schaffen zu können. Schon viele Studierende vor euch haben es geschafft und auch ihr werdet das Studium erfolgreich meistern.
Freut euch auf eine der schönsten Phasen eures Lebens mit spannenden Lerninhalten, einer tollen Gemeinschaft und unendlich vielen Veranstaltungen innerhalb und außerhalb der Uni, die Erinnerungen und Freundschaften für eure gesamte Lebenszeit schaffen werden.
Wir hoffen, dass euch dieser TMSnat-Guide auf eurem Weg ins Medizinstudium geholfen hat. Falls ihr Fragen habt oder uns auf etwas hinweisen möchtet, freuen wir uns über euer Feedback, zum Beispiel per WhatsApp oder per E-Mail.
Wenn wir euch helfen konnten, freuen wir uns natürlich auch immer sehr über eine kurze Nachricht oder eine Bewertung bei Google, TrustPilot und anderen Plattformen.
Egal an welchem Punkt eurer Vorbereitung ihr gerade steht, wir drücken euch fest die Daumen für den TMSnat und für euer Medizinstudium.
Bis dahin: Bleibt zuversichtlich und vertraut eurer Vorbereitung. Ihr schafft das.
Martin und Malte
Hi, ich bin Martin, Gründer von hamnatvorbereitung.de, tmsvorbereitung.de und jetzt auch tmsnatvorbereitung.de. Ich habe einen Prozentrang von 100 im TMS und den 1. Platz im HAM-Nat erreicht. Auf diesem Blog teile ich mein Wissen und meine Erfahrungen, damit du dich optimal auf den TMSnat vorbereiten kannst.
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